NBA 2K24 im Test: Besser als der Vorgänger – aber 2K vergrault Fans trotzdem (2024)

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Von: Ömer Kayali

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NBA 2K24 ist da und verspricht wieder etliche Verbesserungen. Doch 2K treibt es mit den Mikrotransaktionen diesmal deutlich zu weit und verscherzt es sich mit der Community.

München – Deutschland ist Weltmeister im Basketball! Die Herren-Nationalmannschaft hat den Titel nach einer bärenstarken Leistung im Turnier zum allerersten Mal überhaupt gewonnen. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich in Deutschland jetzt eine neue Begeisterung für den Sport, wie das vor etwa 20 Jahren schon bei einem gewissen Dirk Nowitzki der Fall war.

Wer Gamer ist und nach einem Basketball-Videospiel sucht, wird schnell fündig: NBA 2K ist seit über eine Dekade der Platzhirsch auf dem virtuellen Court – ähnlich wie das bei der FIFA-Reihe, beziehungsweise EA Sports FC, ist. Mit NBA 2K24 ist der neueste Ableger bereits erhältlich. Obwohl es diverse sinnvolle Verbesserungen enthält, raubt Publisher 2K in zwei der beliebtesten Spielmodi gnadenlos den Spielspaß.

Titel des SpielsNBA 2K24
Release (Datum der Erstveröffentlichung)08.09.2023
Publisher2K Games
SerieNBA 2K
PlattformPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch
EntwicklerVisual Concepts
GenreSportsimulation

NBA 2K24: Geschmeidigeres Gameplay und mehr Kontrolle

Grafik wieder auf beeindruckendem Niveau: Anhand der Trailer lassen sich kaum Unterschiede zum Vorgänger erkennen. Das liegt aber daran, dass die Grafik in NBA 2K schon seit Jahren auf einem fast fotorealistischen Level ist. Auch NBA 2K24 sieht wieder brillant aus – von der detailreichen Darstellung der virtuellen NBA-Athleten, bis hin zum glänzenden Parkett oder dem lebhaften Publikum in der Arena. Grafisch lässt sich die neue Edition wohl kaum von NBA 2K23 unterscheiden. Aber was letztendlich zählt, sind die Unterschiede im Gameplay. Die Frage lautet jedoch: Gibt es denn Unterschiede?

NBA 2K24 im Test: Besser als der Vorgänger – aber 2K vergrault Fans trotzdem (1)

Welche Neuerungen bietet das Gameplay? Tatsächlich ist das Gameplay in NBA 2K24 spürbar anders. Es läuft grundsätzlich viel geschmeidiger, als noch beim Vorgänger. Die Steuerung ist schneller und präziser, was einem ein besseres Gefühl der Kontrolle gibt. Es kommt zudem seltener vor, dass ein Move ausgeführt wird, den man nicht beabsichtigt hat. Zudem haben die Entwicklerinnen und Entwickler einige Optimierungen durchgeführt:

  • Push-Dribbles: Mit diesem Move legt man sich den Ball ein Stück weiter vor, wodurch man sich beim Fastbreak (Schnellangriff) einen kleinen Vorteil verschaffen kann – vorausgesetzt der NBA-Spieler ist schnell genug.
  • Anpassung der Defense-Steuerung: In der Verteidigung lässt sich nun mit dem rechten Analog-Stick der rechte oder der linke Arm auswählen, mit dem der Ball weggeschlagen wird. Das gibt mehr Kontrolle über den Spieler. Wer im richtigen Moment und auf der richtigen Seite zuschlägt, kann den Ball erfolgreich erobern, ohne ein Foul zu begehen.
  • Zwei Tasten wurden sinnvoll angepasst: Mitspieler freilaufen oder zum Korb ziehen lassen funktioniert jeweils mit nur einem Tastendruck (Dreieck oder Kreis gedrückt halten auf der PlayStation).
  • Spieler bewegen sich flüssiger und authentischer: Das neue ProPlay-Feature nutzt außerdem echte NBA-Aufnahmen, wodurch die Spieler sich in ihren Bewegungen stärker voneinander unterscheiden.

Neu in NBA 2K24: Mamba Moments – wichtige Partien aus Kobe Bryants Karriere

NBA 2K24 ist der Basketball-Legende Kobe Bryant gewidmet: Bryant ist die zweite Hälfte seiner Karriere mit der Trikotnummer 24 aufgelaufen ist. Passend für das Jahr 2024 ist er deshalb auch auf dem Cover des Spiels abgebildet. Darüber hinaus können Spielerinnen und Spieler im „Mamba-Moments“-Modus sieben besonders eindrucksvolle Momente aus Kobe Bryants Karriere nachspielen – sein Spitzname war Black Mamba, daher der Name für den Modus.

Kobe Bryant verbrachte alle 20 Jahre seiner NBA-Karriere bei den Los Angeles Lakers und ist eine absolute Ikone der Mannschaft und der gesamten Stadt. Am 26. Januar 2020 kam er in der Nähe von Los Angeles bei einem Helikopterabsturz ums Leben. Unter den Todesopfern war auch Bryants Tochter Gianna “Gigi”. Der Unfall schockte die gesamte Basketball- und Sportwelt.

Bei den Mamba-Moments müssen Spielerinnen und Spieler bestimmte Herausforderungen erfüllen. Zum Beispiel zwölf Dreipunktewürfe gegen die Seattle Supersonics treffen. Bryant gelang dieses Kunststück im Jahr 2003, womit er den damaligen Rekord knackte.

NBA 2K24 MyNBA Eras schickt euch wieder in die NBA-Vergangenheit

NBA 2K24 im Test: Besser als der Vorgänger – aber 2K vergrault Fans trotzdem (2)

MyNBA Eras lässt wieder klassische Saisons nachspielen: Der „MyNBA-Eras“-Modus debütierte im letzten Jahr und kehrt in NBA 2K24 zurück. Dieser versetzt euch in ein vergangenes Jahrzehnt der Liga, mit den zeitgenössischen Teams und Regeln. Im neuen Ableger kommt mit der LeBron-Ära eine weitere hinzu. Hier sind alle Ären in der Übersicht:

  • Ära Magic vs. Bird – 1980er-Jahre
  • Ära Jordan – 1990er-Jahre
  • Ära Kobe – 2000er-Jahre
  • Ära LeBron – 2010er-Jahre
  • Moderne Ära – die Gegenwart

Die Kader aller Mannschaften entsprechen weitgehend den echten aus dieser Zeit. Nach wie vor fehlen jedoch einige Stars, zum Beispiel Charles Barkley und Reggie Miller – sie waren in den 90er-Jahren zwei der größten Rivalen von Michael Jordan.

NBA 2K24 bringt die schlimmste Neuerung seit Jahren – betroffen sind die größten Fans

2K treibt es mit Mikrotransaktionen auf die Spitze: Was der Publisher in NBA 2K24 an Mikrotransaktionen auftischt, ist eine absolute Dreistigkeit. Das Schlimmste daran ist, dass dies vor allem die größten und treuesten Fans betrifft, die das Spiel am meisten spielen. Die Einführung des Season Passes hatte schon für viel Wirbel in der Community gesorgt. Spielerinnen und Spieler erhalten damit Boni für den MyCareer- und MyTeam-Modus. Mike Wang, einer der Entwickler, versprach noch vor dem Release auf Twitter:

In den Pässen sind einige wirklich coole Preise enthalten, aber nichts, was MyPLAYERS einen Wettbewerbsvorteil auf dem Spielfeld verschaffen würde. Keine Gameplay-Animationen, Badges etc.”

Jetzt nach dem Release steht jedoch fest, dass das so nicht stimmt. Denn 2K hat eine Mechanik eingeführt, die der Community extrem sauer aufstößt: Den Rückgang der Badges (auf Deutsch: Plaketten).

Was sind Badges oder Plaketten in NBA 2K24?

Badges sind quasi Spezialisierungen des selbsterstellten MyPlayers, die man hochskillen kann. Wer sich beispielsweise auf 3-Punkte-Würfe spezialisieren möchte, kann mit Badges diverse Vorteile freischalten. Dadurch trifft man zum Beispiel auch Würfe, die besser verteidigt werden. Doch um die Badges zu verbessern, muss man entweder sehr viel Zeit oder Geld investieren.

In NBA 2K24 entwickeln sich die Badges mit der Zeit zurück: Verhindern lässt sich dies, wenn man die entsprechenden Skills auf dem Basketball-Spielfeld einsetzt – zum Beispiel viele 3-Punkte-Würfe versucht und trifft. Allerdings ist es quasi unmöglich, alle Badges auf diese Weise aufrechtzuerhalten.

„Glücklicherweise“ gibt es eine weitere Möglichkeit: Der Rückgang lässt sich durch sogenannte „Floor Setters” verhindern. Dadurch wird ein Minimum festgesetzt, welches nicht unterschritten wird. „Floor Setters” lassen sich aber nur mit dem Season Pass erwerben, oder durch das Erreichen von Level 40 des MyPlayers. Letzteres nimmt aber über 100 Stunden Spielzeit in Anspruch, sodass Spielerinnen und Spieler quasi dazu genötigt werden, den Season Pass zu erwerben.

Sogar einer der bekanntesten NBA 2K-Streamer und größten Fans der Serie, Chris Smoove, sagt, dass 2K das Spiel mit diesem System ruinieren würde. 2K sei der einzige Sporttitel, der absichtlich dafür sorge, dass das Spiel keinen Spaß macht, um die Leute damit zum Kauf des Season Passes zu motivieren.

Fazit zu NBA 2K24

Der Season Pass und die neue Funktionsweise der Plaketten überschatten fast alles Positive an NBA 2K24. Mir fällt die Entscheidung in diesem Jahr dafür leichter, komplett auf die Online-Features im „MyPlayer“-Modus zu verzichten. Bei den eingefleischten 2K-Fans wird das jedoch nicht so sein, die sich gerne mit anderen messen. Wer hier mit seinem MyPlayer eine Chance haben möchte, muss wohl oder übel Zeit oder Geld investieren. Die aggressive Preispolitik von 2K rächt sich aber bereits: NBA 2K24 hat eine der schlechtesten User-Bewertungen auf der PC-Spieleplattform Steam.

Leider wurde der Singleplayer-Karrieremodus stark abgespeckt. Partien in der High School oder auf dem College fallen komplett weg – was ich persönlich sehr schade finde. Stattdessen wählt man sich einfach direkt das NBA-Team aus, für das man auflaufen möchte.

Dass der MyNBA-Era-Modus wohl ein fester Bestandteil von NBA 2K wird, ist hingegen sehr erfreulich – vor allem für die Basketball-Nostalgiker, die „früher war alles besser“ predigen und deren Lieblingsspieler Magic Johnson oder Larry Bird ist.

Wenn man es schafft, die Ingame-Käufe auszublenden, ist NBA 2K24 eine mehr als gelungene Basketball-Simulation. Wer hin und wieder ein Match spielen möchte, wird seinen Spaß haben. Auch der „MyNBA“-Modus ist offline, gänzlich ohne Mikrotransaktionen spielbar. Darin übernimmt man die Kontrolle über ein NBA-Team und kann mehrere Saisons spielen, Spielertransfers einfädeln und die Mannschaft nach eigenem Gusto leiten.

Wer sich online in den MyPlayer- oder MyTeam-Modus wagt, dem wird der Spielspaß definitiv durch den Drang zu Ingame-Käufen gebremst.

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